Die gesündesten Schuhe sind gar keine Schuhe. Falls es doch mal ein Paar sein muss, haben Anna und Ran vielleicht was Passendes.

Die Geschichte von Wildling Shoes beginnt in Israel. Hier lernte sich das Gründerpaar Anna und Ran Yona kennen und lieben. Zwölf Jahre lang lebten sie dort in ländlicher Idylle als Inhaber eines Fitness-Studios. Ihre beiden Kinder liefen barfuß – tagaus, tagein. Und die Eltern beobachteten begeistert, wie gut sich ihr Körpergefühl dadurch entwickelte.

2013 zog die Familie nach Deutschland. Damit begann die unendliche Suche nach geeignetem Schuhwerk für die Kinder. Anna Yona stellte schnell fest, dass ihre Kinder sich mit festen Schuhen an den Füßen bei weitem nicht mehr so frei bewegen konnten, wie sie es gewohnt waren.

„Sobald wir feste Schuhe tragen, machen wir uns die Füße kaputt.“

Anna Yona, Wildling

Nach eingehender Recherche wurde ihr klar, dass dies nicht nur ihr persönlicher Eindruck war. Zahlreiche Statistiken belegen, dass nahezu alle Menschen mit gesunden Füßen auf die Welt kommen; aber nur 20 Prozent der Erwachsenen haben gesunde Füße. Die ersten Verformungen sind bereits im Kindergartenalter feststellbar – und zwar genau ab dem Zeitpunkt, an dem Kinder anfangen, feste Schuhe zu tragen.

Nutzen vor Ertrag

Den beiden kam eine Geschäftsidee: „Ein Schuh, an dem so wenig wie möglich dran ist, den man kaum spürt.“ Der also ein Lauferlebnis verschafft, als sei man barfuß unterwegs. Anna ist es wichtig zu betonen, dass es ihr dabei immer um die Sache ging, nie um möglichst hohe Gewinne: „Das Produkt muss so sein, dass wir es vertreten können.“

Aufgrund der vielen verschiedenen Materialien und Einzelteile, die benötigt werden, ist ein Schuh eine sehr komplexe Angelegenheit. Noch komplexer bei Wildling, deren Schuhe hauptsächlich aus Naturmaterialien gefertigt werden. Anna und Ran brauchten viel Kreativität, um die geeigneten Lieferanten zu finden. Wildling nutzen beispielsweise eine Wolle aus Landschaftspflege-Projekten, die normalerweise im Müll landen würde, weil sie für die Industrie nicht interessant ist. Dabei hat diese Wolle große Vorteile: Sie hält warm, ohne dass die Füße schwitzen, und wenn sie gefettet wird, ist sie sogar wasserabweisend.

Kurze Wege, lange Haltbarkeit

Ein weiteres Ziel von Wildling: Die Schuhe sollen so lange wie möglich halten. Trotzdem geht auch mal was kaputt. Deswegen sind Wildling-Schuhe reparierbar. Und zwar zu Preisen, die bewusst unter dem Neupreis liegen.

Funktionalität und Anspruch unter einen Hut bringen, pardon, in einem Paar Schuh zu vereinen, ist ein Balanceakt. Der persönliche Kontakt zu den Zulieferern gehört für Anna unbedingt dazu. Diese kommen vorrangig aus Deutschland, um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten. Aber auch kleine, Familien-geführte Unternehmen aus Portugal sind dabei, die fair produzieren und die gewünschten Umweltstandards erfüllen. Weil einige von ihnen sogar exklusiv für Wildling fertigen, können Anna und ihr Team unmittelbar Einfluss auf die Produktionsbedingungen nehmen.

Hauptsache sinnvoll

Nicht nur die Produktion, auch die Arbeitsbedingungen sollen fair sein. Die Angestellten können die Arbeitsbedingungen individuell an ihre aktuelle Lebenssituation anpassen – Hauptsache, das Ergebnis stimmt. Anna hatte in der Gründungsphase selbst kleine Kinder. Sie weiß, dass es unter solchen Umständen besser klappt, von zuhause zu arbeiten statt im Betrieb. Und überhaupt: „Das Wichtigste an der Arbeit ist doch, das Gefühl zu haben: Das, was ich mache, ist sinnvoll.“


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