Foodsharing de luxe

    Mit der App „Too Good To Go“ Essen retten und Köln kulinarisch neu entdecken. // Video: To good to go

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    Die iPhone- und Android-App „To Good To Go“ rettet hochwertige Lebensmittel vor dem Abfalleimer und spart so tonnenweise CO2.

    Allein schon die Namen! „Cannoli siciliani“, „Cornetti“, „Bomboloni“, „Genovesi“, „Cartoccio“ … All diese italienischen, speziell sizilianischen Leckereien wären in der Mülltonne gelandet und nicht in meinem Magen. Stattdessen packt mir Angelo Tardino, der Chef der Caffetteria il Vico, das wohlschmeckende Gebäck in meine mitgebrachten Plastikboxen – für nicht mal den halben Preis. Und ohne „Too Good To Go“ hätte ich das kleine Café in Nippes – liegt es auch nur wenige hundert Meter von meinem Zuhause entfernt – vielleicht nie betreten.

    Die App bietet Zugang zu einer Art Luxusvariante von Lebensmittelrettung. Während Foodsharing üblicherweise komplett ehrenamtlich funktioniert und den Nutzer gar nichts kostet, bietet Too Good To Go einen Kompromiss: mehr Verbindlichkeit und Neuentdeckungen für kleines Geld.

    Genuss vor Ladenschluss

    Die App vermittelt zwischen Restaurants, Imbissen, Cafés, Supermärkten, Bäckereien, Metzgereien, Tankstellen und Hotels auf der einen und Kunden auf der anderen Seite. Die Betriebe schätzen ab, wie viele Portionen aus ihren Auslagen und von ihren Büfetts übrig bleiben werden. Über die App können registrierte Nutzer diese Überbleibsel reservieren, per Paypal oder mit Kreditkarte bezahlen und zu einer festgelegten Zeit abholen, meist kurz vor Ladenschluss. Too Good To Go finanziert sich über eine kleine Provision, die bei jeder verkauften Portion anfällt.

    fff To Good To Go
    Da lacht die Lunchbox. Foto: Züger
    fff To Good To Go Köln

    Ganz genau weiß man vorher nicht, was einem die Mitarbeiter vor Ort in die mitgebrachten Dosen oder in die vorbereiteten „Wundertüten“ packen. Aber die App bietet eine „Das sagen andere User“-Bewertung der Anbieter. Nutzer vergeben bis zu fünf Sterne, benoten Service, Qualität und Portionsgrößen.

    Kategorisch sortiert

    Außerdem gibt’s die Kategorie „Inhaltsstoffe & Allergene“, die allerdings oft nicht aussagekräftig ist. Meist steht dort nur der freundliche Hinweis, man möge bei Bedenken direkt im Laden nachfragen.

    Apropos Kategorien: Die Angebote sind in Gruppen sortiert. Ganz oben stehen „Empfehlungen für dich“, ganz unten „Deine Favoriten“, die der Nutzer selbst festlegen kann. Weiterhin sieht man Angebote für Mittag- und Abendessen sowie „Das könntest du mögen“-Empfehlungen. Backwaren, Lebensmittel und Vegetarisches werden einzeln aufgelistet, Speisen zum sofortigen Verzehr oder mit der Abholzeit am nächsten Tag. Und auch solche, die man „gerade verpasst“ hat – fürs nächste Mal.

    Die Homepage, über die die App heruntergeladen werden kann, listet auf, was die Lebensmittelrettung zum Mitnehmen bislang gebracht hat. Aktuell sind es gut 35 Millionen gerettete Mahlzeiten. Das entspricht 88.000 Tonnen Kohlendioxid. Essen fürs Klima – wenn’s doch immer so einfach wär‘!


    Zur Website von To Good To Go

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