Kempener Straße Köln Nippes fff. fff.cologne

Die Frage ist längst nicht mehr, ob der Klimawandel noch zu stoppen sei. Es geht nur noch darum, wie sehr wir sein Ausmaß eindämmen können. Und was jeder einzelne von uns tun kann, damit unser Planet für die Lebewesen auf ihm bewohnbar bleibt.


In dieser Kolumne sammeln wir die Spuren, die vor unseren Haustüren, in unseren Veedeln, in Köln und Umland bereits von den Veränderungen zeugen. Den Anfang macht eine absolute Offensichtlichkeit: Wir haben April, und das Grün ist an vielen Stellen in der Stadt ausgedörrt wie nach einem langen Sommer.

Eine Kreuzung wenige Schritte vor unserem Haus ist links und rechts von so einer Art „Grünstreifen“ eingefasst. „So einer Art“ und Anführungszeichen, weil: Es sind eigentlich nur die Leerstellen, die die vielen Fahrbahnen übrig lassen. Hier wachsen seit Jahr und Tag wilde Gräser, Löwenzahn und Disteln weitgehend unbeachtet vor sich hin.

Die Kreuzung Siebachstraße / Kempener Straße in Köln-Nippes

Diese beiden Grüns sind eigentlich für nichts gut. Umtost vom Autoverkehr, zum Verweilen zu klein, zum Erfreuen zu ungepflegt, für einen nennenswerten CO2-Effekt zu marginal. Sie sind ein Beispiel dafür, wie sehr die Verkehrsplanung in Köln seit Jahr und Tag dem Dogma der freien Fahrt für freie Autos folgt – woran sich nur sehr zögerlich etwas ändert, und das auch nur, weil es in unserer überfüllten Großstadt einfach nicht mehr anders geht. Die beiden Flecken taugen zu nichts mehr denn als Pinkelplatz für Hunde. Wenn wir mit unseren beiden Kläffkatzen diese Route wählen, machen sie hier zum ersten Mal hin.

Nichts als Hundepisse

Hundepisse also ist seit einigen Wochen die einzige Feuchtigkeit, die an diese Gräser kommt. Man sieht es. Dieser April 2020 war so trocken, dass er die durchaus ergiebigen Regenfälle des vorangegangenen so genannten Winters längst aufgesogen hat. In Berlin hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (B.U.N.D.) die Bürger schon aufgerufen, die Stadtbäume wässern zu helfen.

Ende April gibt es endlich wieder Regen geben in Köln. Die Wetter-Apps sagen für die kommende Woche weitere Schauer voraus, am Donnerstag sogar anhaltende. Ob das reicht, um die Trockenheit der vorangegangenen Wochen auszugleichen? Das arme Kraut vor unserer Haustür hat einen kräftigen Schluck Wasser wahrlich verdient. Aber die nächste Trockenphase kommt bestimmt. Vielleicht sollten wir dem Berliner Beispiel folgen und uns ein paar große Gießkannen anschaffen. Denn so räudig diese grünen Flecken auch sind, so wenig möchten wir sie missen.


Zeichen des Klimawandels gibt es auch in Eurer Nachbarschaft? Schickt Eure Beobachtungen an redaktion@fff.cologne!

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