Frank Tepferd möchte mit seiner Band gigi homerecording am liebsten die Welt retten. Für den Song „Die Vernunft der Menschen“ hat der Kölner immerhin jede Menge illustre Mitstreiter gewonnen.

Kann ein Song die Welt retten?

FRANK TEPFERD: Natürlich nicht. Wie soll das gehen? Das hat damals bei Michael Jacksons „Heal the world“ schon nicht funktioniert. Wie sollte das ausgerechnet bei gigi homerecording funktionieren?

Warum hast Du’s dann trotzdem probiert?

FRANK TEPFERD: Ich habe eine Band, und diese Band macht Lieder. Wir singen viel über Beziehungsthemen, aber immer wieder auch über die Hoffnung, dass die Welt besser sein könnte. Und wenn ein paar Leute mit so einem Lied etwas anfangen können, hat man ja auch schon was erreicht.

Worum geht’s in Deinem Song?

FRANK TEPFERD: Es geht darum, dass wir jetzt vielleicht noch die Chance haben, die Welt zu retten. Und es geht um die Hoffnung, dass die Menschen vielleicht doch ein bisschen vernünftig sind.

Was gibt Dir den Glauben an die Vernunft der Menschen?

FRANK TEPFERD: Ich bin da sehr zwiegespalten. Ein paar Leute machen sich Gedanken. Aber sehr viele mehr machen sich keine Gedanken. Viele kommen gar nicht auf die Idee, sich um den Erhalt unseres Planeten zu kümmern, weil sie vollkommen mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt sind. Das kann man ihnen nicht einmal vorwerfen.

Das Trio gigi homerecording: Frank Tepferd (Gesang und Gitarre), gerahmt von Bassist Timm Paulus (l.) und Drummer Jan Paulus

Du hast also keine große Hoffnung, was die Zukunft unseres Planeten angeht?

FRANK TEPFERD: Ich denke schon, dass unser Planet noch ein paar tausend Jahre überleben wird, aber eher wegen technologischer Errungenschaften, die Orte, die eigentlich nicht mehr für Leben geeignet sind, doch noch bewohnbar machen. Und weniger deshalb, weil die Menschen plötzlich anfangen, die Natur zu bewahren.

Was war Deine Motivation, das in dieser Form, mit diesen vielen Gastmusikern, anzugehen?

FRANK TEPFERD: Es gibt eine wiederkehrende Zeile in diesem Lied: „Es geht um uns, es geht um alle.“ Ich dachte, dass es schön wäre, wenn das mehr Leute singen als nur die Band, wenn da Leute mitsingen, die ich mag oder auch bewundere – wie zum Beispiel Ekki Maas von der Band Erdmöbel.

Wer ist denn alles dabei?

FRANK TEPFERD: Es ist eine verrückte Mischung: Carlo Ljubeck, ein bekannter Schauspieler und Freund von mir, mit seiner Freundin, ebenfalls prominente Schauspielerin, im Standkorb; Martell Beigang von Hallo Erde; die Düsen und Ingo Ruttke von Weltrekorder, zusammen eng umschlungen im Proberaum …

Und wer wollte nicht?

FRANK TEPFERD: Markus Berges von Erdmöbel wollte nicht. Der Song sei ihm zu „eins zu eins“, zu plakativ. Er hat das aber ganz nett geschrieben. Und Friedemann Weise war wohl einfach zu busy. Aber die meisten, die ich gefragt habe, haben tatsächlich zugesagt. Manche haben sogar zusätzliche Spuren aufgenommen oder wilde Kamerafahrten durch ihr Studio gemacht. Es war toll, so nach und nach all diese Video- und Tonschnipsel reinzukriegen und was daraus zu machen.

War das alles brauchbar?

FRANK TEPFERD: Bei manchen war’s echt schwer, eine Stelle zu finden, die man nehmen konnte. Vor allem der Chor war schwer zu basteln. Und einige haben einfach ihre eigene Melodie gesungen.


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