Pipikackahumor ist keine Lösung, das weiß ich natürlich auch. Aber ich kann es nicht ändern. Bei manchen Gelegenheiten, gerade bei den unpassenden, platzt es aus mir touretteartig heraus. Gott sei dank nur verbal. Fäkalhumor auf niedrigstem Niveau. Dafür schäme ich mich. Gelegentlich.

Nicht mehr ganz so groß ist die Scham, seitdem ich vor einiger Zeit einen Freund traf. Längst jenseits der Vierzig, so wie ich. Rechtsanwalt und Familienvater, also erwachsener als ich, zumindest gefühlt. Wir saßen zusammen und mir entfuhr mal wieder ein alberner Witz, irgendwas mit Stuhl. Bevor ich mich entschuldigen konnte, griff der Freund zu seinem Handy, öffnete eine Textdatei. Stuhlkreis, teilbestuhlt, Bestuhlungsplan: Diese Begriffe hatte er alle schon abgespeichert. Aber mein Wortwitz – den ich längst vergessen habe, da ich keine entsprechende Liste führe – fehlte noch und musste sofort ergänzt werden.

Und nun zu einem wichtigen Thema

Ein deutlich zu langer Vorlauf, das weiß ich natürlich auch. Für ein wichtiges, ein ganz anderes Thema. Die Rettung der Kölner Gastronomie. Etliches wurde in dieser Pandemie schon versucht, um Gaststätten und Kultureinrichtungen – der Übergang ist ja oft genug fließend – vor dem Untergang zu bewahren. Aus-Dem-Fenster-Verkauf, To-go-Verkauf, Gutscheinverkauf (etwa bei den Veedelsrettern), T-Shirt-Verkauf, der Verkauf von Solitickets für die Nippeser Kulturkirche in Form von hochwertigen Kunstdrucken mit Goldprägung, Streaming-Angebote (etwa von Dringeblieben) und vieles mehr.

Screenshots: Düppengießer

Nun hat die IG Kölner Gastro ein neues Onlineangebot gestartet. Dabei kann man seinem Lieblingslokal einen virtuellen Hocker spendieren, in den Kategorien Bronze (4,50 Euro), Silber (11,11 Euro) und Gold (47,11 Euro). Die Spende fließt zur Hälfte an dieses Lokal, die andere Hälfte geht in einen Solidaritätstopf für alle teilnehmenden Gastronomien. Dazu zählen aktuell 278 Kneipen, Bars, Cafés, Restaurants und Brauhäuser. Fast 1700 Spender haben bisher mehr als 43.000 Euro gegeben. Klingt nach einer guten Sache? Natürlich!

Allerdings trägt die Aktion den Namen Chairity. In der Eigenschreibweise mit sogenannten Binnenmajuskeln geschrieben, das „Chair“ also in Großbuchstaben. Damit alle das Wortspiel verstehen. Denn der Name setzt sich aus englischen Begriffen zusammen: Wohltätigkeit und – nun ja – Stuhl. Meinerseits werde ich an dieser Stelle von jedem Wortwitz Abstand nehmen. Außer diesem hier: Teilbestuhlung ist keine Lösung.

Markus Düppengießer tvist tu du's!
Markus findet Stuhlwitze lustig. Wenn er sie selber macht.


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