Alle Welt echauffiert sich über die von der Bundesregierung per Infektionsschutzgesetz angekündigten Ausgangssperren. Versteh‘ ich nicht. Ich hab‘ Ausgangssperre seit Ende der Nuller Jahre, und ich find‘ das spitze! Was die Schwarzwaldklinik (seit einiger Zeit wieder in der ZDF Mediathek), die Sopranos und Six Feet Under zuvor nicht geschafft hatten, gelang Walter White: Er machte die Schotten dicht und mich zum Junkie. Also, pardon, zum Serienjunkie. Breaking Bad ersetzte kurzerhand meine Party- durch die gepflegte Rumhäng-Sucht und brachte mein bis dahin weitgehend verborgenes Talent zur Couchtomate zum Blühen. Es war wie ein Wunder: Plötzlich musste ich abends nicht mehr raus! Ich drehte mir einfach drei, vier weitere Meth-Abenteuer von Walter und seinem Kumpel Jesse rein und war fein raus, weil: drin.

Problem natürlich: nach fünf Staffeln war Schluss mit Drogenkochen und von einer Pandemie als Standardausrede gegen soziale Verpflichtungen noch weit und breit keine Spur. Zum Glück aber bogen in kurzer Folge weitere Ausgangssperren um die Ecke: Game Of Thrones, Better Call Saul, Im Angesicht des Verbrechens, Stranger Things, Fleabag, Fett und Fett, Succession, vor allem aber die wahnsinnig hilfreichen Ausgangssperrenflatrates Hulu, Netflix, Prime Video, Sky Ticket, Disney+, Starzplay, TVnow und dazu noch die Ausgangssperrenabos, die ich abgeschlossen, aber vergessen habe.

Was also soll die lächerliche Aufregung um eine staatlich sanktionierte, gesetzlich verankerte Ausgangssperre? Schlimmer als das Öffentlich-Rechtliche wird’s schon nicht werden. Und falls es Euch in den Füßen juckt und Ihr unbedingt raus zu müssen meint, guckt mal auf die Fernbedienung Eures Flatscreens: Was seht Ihr da? Genau: eine Netflix-Taste! Hurra!

Sebastians großes Vorbild ist Puck, die Stubenfliege. Vor allem wegen „Stube“.


Alle Beiträge aus der Kategorie fresh

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.