Shoppen und genießen mit gutem Gewissen: Es gibt zahllose Möglichkeiten, in Köln nachhaltig einzukaufen. Hier meine sieben liebsten Orte für Einkaufen, Leben und Genuss mit Sinn.

Konsumieren geht heutzutage nicht ohne Studieren: Wo kauf‘ ich was? Wie ess‘ ich richtig? Und wie schaff‘ ich das neben all meinen anderen Verpflichtungen im Alltag? Die Kölner Autorin Friederike Zoubaa gibt Tipps, die für die Praxis taugen.

#1 Gut Futterbares vor dem Müll retten 

Krumme Gurken, zu klein geratene Kartoffeln, schiefe Karotten und noch genießbare Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum bekommen bei THE GOOD FOOD eine zweite Chance. Im üblichen Lebensmittelhandel würden all diese Produkte im Müll landen, dabei sind sie alle völlig in Ordnung. Ihr bezahlt, was euch die Sachen noch wert sind. So wirkt ihr nicht nur der enormen Lebensmittelverschwendung entgegen, sondern spart auch noch! 

The Good Food, Venloer Str. 414, 50825 Köln. Montag-Samstag 11-20 Uhr

#2 Mit Second Hand was für den Nachwuchs tun

Mein Lieblings-Second-Hand-Laden befindet sich direkt bei mir im Stadtteil – in Köln-Ostheim. Bei WERTVOLL gibt es Mode, Schmuck und Accessoires für Frauen und für Kinder sogar Spielzeug. Die kleine Boutique beweist mit ihrem Angebot Stil und Geschmack und fördert mit ihren Erlösen die Initiative active zone. Diese macht sich stark für Teenager im Veedel.

Wertvoll, Rösrather Str. 43, 51107 Köln. Montag-Freitag 11-17 Uhr

#3 Für die Kogi Kaffee kippen

Die Barista des Café Kogi brauen den wahrscheinlich leckersten Kaffee Kölns. Finde ich jedenfalls. Ökologisch und fair läuft es hier auch ohne jedes Siegel: Gemeinsam mit der Urwaldkaffee GmbH Köln importieren die Betreiber wild wachsenden Kaffee aus dem Reich der in Kolumbien beheimateten Kogi-Indianer. Das Ziel der koffeinhaltigen Kooperation: genügend Geld, damit die Kogi ihr Land und ihre heiligen Stätten zurückkaufen können. Zum schwarzen Gebräu reicht man euch hier Frühstück und Mittagessen, Kuchen und selbstgemachte Limonaden sowie vegetarische und vegane Leckereien.

Café Kogi, Auf dem Berlich 7, 50667 Köln. Montag-Samstag 9.30-18 Uhr, Sonntag 10-18 Uhr

#4 Mit den Pänz Löwenzahn verfüttern

Dieser Biobauer aus Köln hat sich bei der Namenswahl was einfallen lassen. Er nennt sich: Der Kölner Biobauer. Sein Sortiment listet mehr als 4.000 Bio-Produkte. Obst und Gemüse zieht er in der Gärtnerei nebenan. Große und kleine BesucherInnen sind willkommen, dürfen den Pflänzchen beim Wachsen zuschauen, Kaninchen mit Löwenzahn verwöhnen und Bienen, Schweine und Ziegen bestaunen. Wer mag, schließt ein Eier-Abo ab und wird Hühner-PatIn. Im Gegenzug gibt’s regelmäßig frische Proteine. 

Der Kölner Biobauer, Poll-Vingster-Str. 215, 51105 Köln. Montag-Freitag, 9-18.30 Uhr, Samstag 9-13 Uhr

#5 Bei Emmaus sozial Schnäppchen jagen

Emmaus ist eine Gemeinschaft, die sich für die Schwächsten unserer Gesellschaft einsetzt. Im Second-Hand-Sozialkaufhaus findet ihr alles, was das Herz begehrt: Lampen, Pfannen, Sessel, Bücher, Blumenvasen und natürlich jede Menge Klamotten, pünktlich und passend zu allen fünf Kölner Jahreszeiten. Wer hier shoppt, unterstützt die Arbeit von Emmaus und schenkt den ausgesuchten Artikeln ein zweites Leben.

Emmaus, Geestemünder Str. 42, 50735 Köln, Montag – Freitag: 15 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 14 Uhr

#6 Unverpackt einkaufen

Migori ist der erste Unverpackt-Laden der Kölner Südstadt – für mich immer wieder ein Grund für eine schöne Radtour über den Rhein. Der Umwelt zuliebe und für mehr Freude am täglichen Einkauf verzichten die Betreiber auf überflüssige Einwegverpackungen und setzen auf Produkte von Erzeugern aus Köln und der Region. Die wichtigsten Dinge für meinen täglichen Bedarf lasse ich mir hier abfüllen und grammgenau abrechnen. Ich finde es sehr befreiend, einerseits nur die Menge Obst oder Gemüse einzukaufen, die ich wirklich benötige, andererseits andererseits so viel Reis, Nudeln oder Gewürze, wie meine mitgebrachten Glasbehälter fassen, sodass ich mehrere Gebinde spare.

Migori, Bonner Str. 66, 50677 Köln. Montag-Freitag 10-19 Uhr, Samstag 10-16 Uhr

#7 Mit gutem Gewissen shoppen

… und manchmal kriegt mich die Konsumlust doch. Dann hilft mir oft nur eins: Kiss The Inuit. Das Lädchen im Agnesviertel führt ökologisch und fair produzierte Mode von mehr als 25 Marken für Frauen und Männer. Tauko, Blue LOOP, Mud Jeans oder Rifo sind Labels, die up- oder recyceln und damit ihren CO2-Fußabdruck so klein wie möglich halten. Besonders schick: die ersten recycelten Köln-Sweater aus 2.000 gesammelten Jeans.

Kiss The Inuit, Schillingstraße 11, 50670 Köln. Montag-Freitag 10-18.30 Uhr, Samstag 11-17 Uhr


Linktipps

Ökologne: Das Nachhaltigkeitsportal gibt einen Überblick, welche interessanten Geschäfte sich in deiner Nähe finden.

nachhaltige-mode.de: Schick anziehen geht auch ohne Fast Fashion. Hier findet ihr eine Auswahl von Läden.

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