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Eisessen für den Regenwald

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    So schmeckt der Bio-Sommer//Fotos: Nomoo
    Werbung für sechs der aktuell sieben Nomoo-Eissorten / Fotos: Nomoo

    Das pflanzenbasierte Eis des Kölner Start-ups soll den besten Geschmack haben – und das beste Gewissen.

    Muss Speiseeis aus Milch und Sahne sein, um gut zu schmecken? Das fragten sich 2016 drei Kölner Studierende und Freunde des kühlen Naschwerks. Sie hatten „Cowspiracy“ gesehen, eine Doku über den negativen Einfluss der Viehwirtschaft auf die Umwelt. Danach wollten sie ein Eis produzieren, das ohne Massentierhaltung auskommt. Auf rein pflanzlicher Basis und richtig lecker.

    Rebecca Göckel (24) ist heute Geschäftsführerin ihrer eigenen Firma.
    Rebecca Göckel (24) ist heute Geschäftsführerin ihrer eigenen Firma.

    „Damals gab es nur ein veganes Eis im Supermarkt, und das schmeckte nicht“, erinnert sich Rebecca Göckel. Sie studierte seinerzeit Medienmanagement. Die beiden anderen, mit denen sie ihre Geschäftsidee entwickelte, waren für Betriebswirtschaft eingeschrieben. Einer von ihnen ist inzwischen ausgestiegen, mit dem anderen, Jan Grabow, hat sie vor zwei Jahren eine Firma gegründet. Heute wird in einer Hamburger Eismanufaktur produziert und bundesweit an 1000 Supermärkte geliefert. Das Unternehmen ist zu einem 18-köpfigen Team herangewachsen. Die Zentrale sitzt in einem Loft in Köln-Ehrenfeld, einer alten Tabakfabrik.

    „Ich wusste, daraus wird was ganz Großes“.

    Rebecca Göckel

    Wie sich das für eine Startup-Geschichte gehört, waren die Anfänge deutlich bescheidener. „Wir haben uns für die Herstellung eine Küche am Barbarossaplatz angemietet und produzierten nach 20 Uhr oder am Wochenende“, erzählte Göckel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ im April 2017. Heute sagte sie: „Das hatte schon ein gewisses Garagenflair, so wie bei Steve Jobs oder den Gründern von Amazon und Google. Ich wusste, daraus wird was ganz Großes.“ Auch wenn sie vorerst nicht mal bis Bonn oder Düsseldorf liefern konnten: „Unsere Kunden waren ein paar Cafés in der Innenstadt und Leute, die über unsere Homepage bestellten. Die sind wir persönlich mit dem Fahrrad abgefahren.“

    Den Begriff „vegan“ meidet man lieber.

    Der Markenname „Nomoo“, kein Muh, deutet darauf hin, dass die Herstellung ohne Kuhmilch auskommt. Das Produkt ist vollständig vegan, den Begriff meidet man jedoch lieber. Der erste Slogan hieß noch: „Veganes Eis – natürlich aus Köln“. Heute steht „pflanzlich“ auf der Packung. „Wir wollen kein nischiges Produkt anbieten, das nur Veganer anspricht, sondern eins für alle.“ Vegan werde nach wie vor oft gleichgesetzt mit „schmeckt nicht“. Vorgängerversuche anderer Hersteller hätten stark nach Soja geschmeckt – und ziemlich fade. „Das hat den Ruf von veganem Essen kaputtgemacht.“

    Auf den Geschmack wird bei Nomoo größten Wert gelegt. „Es gibt ja immer die eine beste Diele in der Stadt, die extrem leckeres hausgemachtes Eis hat. Und diesen Qualitätsanspruch wollen wir in den Supermarkt bringen“, sagt Rebecca Göckel. Um diese Qualität bei einer neuen Sorte zu erreichen, bestellen sie Fruchtpüree bei verschiedenen Lieferanten und machen mit dem gesamten Team Blindverkostungen, bevor sie sich entscheiden. „Ein Eis durchläuft eine sehr große Optimierungsschleife, bis wir sagen: Diese Sorte bringen wir jetzt raus.“

    Neben Supermärkten beliefert Nomoo bundesweit etliche Gastronomien – und elf in der Schweiz.
    Neben Supermärkten beliefert Nomoo bundesweit etliche Gastronomien – und elf in der Schweiz.

    In das Eis kämen nur natürliche, bio-zertifizierte Zutaten, keine Geschmacksverstärker oder Farbstoffe. Und der Anteil an Leitzutaten sei ungewöhnlich hoch, so Göckel: „Unser Mangoeis besteht zu 42 Prozent aus indischen Alphonsomangos, der weltbesten Mango. Bei anderen Anbietern liegt der Fruchtanteil eher bei der Hälfte. In unserem Kakaoeis haben wir zwölf Prozent peruanischen Edelkakao. Bei anderen sind es drei Prozent – wenn’s hoch kommt, vier.“

    Weniger Zucker und Kalorien, die Verpackung plastikfrei

    Nicht nur der Geschmack des Eises soll der beste sein. Er soll auch mit gutem Gewissen zu genießen sein. Deshalb wird noch mehr aufgefahren: weniger Zucker und Kalorien als in üblichem Eis, die Verpackung plastikfrei. Um den Klimawandel zu bekämpfen, werde der Kohlendioxid-Abdruck so deutlich wie möglich klein gehalten, sagt Göckel. Und das, was übrigbleibt, werde nicht nur einmal kompensiert, sondern zweimal: durch doppelte Investitionen in das brasilianische Projekt Jacundá, das den Regenwald schützt. „Wir sind also nicht nur klimaneutral, sondern sogar klimapositiv.“

    „Wir wollen den Eismarkt revolutionieren.“

    Rebecca Göckel

    Nun könnte man sich fragen, warum erst Zutaten um die halbe Welt geflogen werden müssen, um dann Geld für den Regenwald zu spenden. „Theoretisch könnten wir auch Apfeleis aus regionalem Anbau machen. Aber das wird auf dem Markt nicht nachgefragt. Und wir wollen ja was bewegen, dazu müssen wir einen Massenmarkt erreichen.“ Der Ansatz des Ehrenfelder Startups ist dieser: Jeder Mensch, der einen Becher Nomoo-Eis kauft, kauft ein Milchspeiseeis weniger und trägt zu einem nachhaltigeren Eismarkt bei. Göckel: „Auf lange Sicht ist es unser Ziel, den kompletten Eismarkt zu revolutionieren.“

    Mit Eis aus dem Discounter will man sich nicht vergleichen lassen.

    Die Halb-Liter-Packung kostet bei Nomoo 5,99 Euro. Der Discounter hält ähnliche Mengen zwar zum halben Preis vor. Damit aber will man das eigene Produkt nicht vergleichen. „Wir sind im Premiumsegment unterwegs, bieten eine sehr hohe Qualität an und schaffen es dabei noch, das Produkt stringent nachhaltig aufzustellen.“ Insgesamt investiere die Konkurrenz weit weniger in Nachhaltigkeit und Qualität, sagt die Geschäftsführerin. „Und wir können ja wettbewerbsfähig arbeiten. Daher glaube ich, dass die anderen Unternehmen sehr viel Geld verdienen müssen an ihren Produkten.“

    Die Gründer Rebecca Göckel und Jan Grabow vor der Firmenzentrale, einer alten Tabakfabrik in Ehrenfeld
    Die Gründer Rebecca Göckel und Jan Grabow vor der Firmenzentrale in einer alten Tabakfabrik in Ehrenfeld

    Das Ehrenfelder Unternehmen ist auf Wachstumskurs. Lag der Umsatz 2018 bei 150.000 Euro, „werden wir in diesem Jahr die Million knacken“, schätzt Göckel; etwa 400.000 Becher würden wohl verkauft. Drei Gesellschafter sind im vergangenen Jahr eingestiegen. Die nordrhein-westfälischen Firmen Quest Solutions und Siltho Research sowie AM1 Ventures aus München haben als Business-Angels eine sechsstellige Summe investiert.

    Die Firma weiß auch, wo ihre Grenzen sind.

    Für das abgelaufene Jahr hat die Firma einen Corporate-Social-Responsibility-Report erstellt, um seine unternehmerische Gesellschaftsverantwortung zu dokumentieren. Neben all den Anstrengungen für eine sozial- und umweltverträgliche Produktion weiß die Firma auch, wo ihre Grenzen sind: „Da wir als kleines Unternehmen bislang nur in der Lage sind, kleinere Mengen der Rohstoffe abzunehmen und somit von Großhändlern abhängig sind, ist es für uns derzeit noch unmöglich, direkten Einfluss darauf zu nehmen, wie die Lage bei den jeweiligen Bauern vor Ort ist“, heißt es im CSR-Report. „Vielleicht wird das in zwei, drei Jahren anders sein und wir haben auf unseren eigenen Himbeer- und Mangoplantagen das Sagen“, hofft Rebecca Göckel.

    Wir wollen uns erst einmal den deutschen Markt sichern.

    Rebecca Göckel

    Neben Supermärkten beliefert Nomoo etliche Gastronomien in ganz Deutschland – und elf in der Schweiz. Mit Österreich laufen erste Gespräche. Übereilt wird der Einstieg in andere Länder allerdings nicht. „Wir wollen uns erst einmal den deutschen Markt sichern“, sagt Göckel. Ein Unternehmen, dass so auf Nachhaltigkeit setzt, soll schließlich auch nachhaltig wachsen.

    Sechs der sieben aktuellen Nomoo-Eissorten. Nicht im Bild: Ingwer-Zitrone
    Sechs der sieben aktuellen Nomoo-Eissorten. Nicht im Bild: Ingwer-Zitrone

    Hier gibt’s das Eis von Nomoo

    Nomoo-Eis wird aktuell in den Sorten Mango, Himbeere, Cassis, Kakao, Ingwer-Zitrone, Kokos- und Erdnuss angeboten. In Köln vor allem in etlichen Rewe- und Edeka-Filialen, bei Bio-Supermärkten wie Alnatura und Denns. Der Becher kostet 5,99 Euro (500 ml) beziehungsweise 2,99 Euro (120 ml), bestellbar unter anderem über den Onlineshop. Mehr Infos zu Nomoo bei Facebook und Instagram. In diesem Youtube-Video präsentiert Göckel das Unternehmen in der Reihe „Top 40 unter 40 – Macher aus dem Rheinland“.

    Pflanzenbasiertes Eis anderer Anbieter

    Eine Reihe veganer Eissorten bieten Ben & Jerry’s, Rewe Beste Wahl, Breyers, von Carlotta Veganes Eis und Carte D’Or. Magnum hat das Magnum Vegan Classic. Milchfreies Eis gibt’s bei Valsoia.

    Plastik recyclen und Kaffee trinken

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      fff.cologne Klima Köln NAchhaltigkeit Plastic2Beans
      alles im Flow?

      Wer sagt eigentlich, dass Weltretten nicht auch gut schmecken, wach machen und finanziell attraktiv sein kann? Das Kölner Startup Plastic2Beans bringt Kunststoffrecycling nach Äthiopien und kauft direkt vor Ort Kaffee ein, der Kölner Unternehmer wach macht.

      Die Gründer von Plastic2Beans sind drei junge Wissenschaftler aus Köln: Abiye Dagnew, Kunststofftechniker, Dr. Kalie-Martin Cheng, Polymerchemiker, und  Dr. Thomas Tam Giang, Marketingspezialist. Ihr Unternehmen will die Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigen Handel in Mittelpunkt stellen.

      Mit dem Erlös in der lokalen Währung Birr werden Kleinbauern-Kooperativen in Äthiopien unterstützt und hochwertige Kaffees direkt nach Deutschland importiert und gezielt an Unternehmen verkauft.

      Am Anfang war ein Paar Schwimmflügel

      Alles begann vor ein paar Jahren in Köln, als sich Abiyes Sohn von Kalies Tochter ein paar Schwimmflügel auslieh. So lernten sich die Eltern kennen.

      Kalie hatte sich schon länger damit beschäftigt, wie man einen nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen umsetzen kann. Abiye erzählte Kalie von der schwierigen Situation in Äthiopien. Gemeinsam riefen sie Plastic2Beans ins Leben und banden nach und nach immer mehr Freunde mit ein.

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      Das Team von Plastic2Beans: schlaue Leute mit guten Zielen

      Mittlerweile besteht ein reger Austausch mit dem Botschafter von Äthiopien. Beim Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum NRW waren die Gründer von Plastic2Beans als Speaker geladen, ebenso bei Foodhub NRW.

      Was die jungen Unternehmer antreibt, ist die Überzeugung, mit vereinten Kräften in Köln und Äthiopien etwas Sinnvolles in Gang setzen zu können. In Äthiopien werden momentan pro Jahr etwa drei bis sechs Milliarden PET-Flaschen neu (!) produziert, Recycling-Systeme gibt es so gut wie keine. Die wertvollen Rohstoffe werden also von Äthiopien ins Ausland verkauft, um recycelt werden zu können. Für die äthiopische Wirtschaft wäre Recycling im eigenen Land ein riesiger Gewinn und ein Wirtschaftssektor, den es aus Sicht von Thomas Tam Giang zu unterstützen gilt: „Es fehlt nur ein technologischer Schritt, um Recycling von PET komplett durchzuführen“, sagt Giang. „Es wird ja Plastik gesammelt, aber weiterverkauft anstatt wiederverwertet zu werden.“

      From Bottle to Bottle

      Plastic2Beans plant die erste PET-Recyclinganlage Äthiopiens und führt dazu derzeit eine Machbarkeitsstudie durch. Mittlerweile hat das Startup einige Kooperationspartner gefunden: deutsche Abfallunternehmen, die ein „from-bottle-to-bottle“-Recycling-System in Äthiopien mit aufbauen wollen.

      Köln ist für Plastic2Beans ein interessanter Ort. Die StartUp-Szene in der Stadt und in ganz NRW wächst rapide. „Die Kooperation mit Zero Waste Köln, die Unterstützung durch das NRW-Gründerstipendium und die weitreichende Förderlandschaft sind für uns sehr fruchtbar“, sagt Giang. Auch vom Social Impact Lab und der IHK zu Köln kommt Unterstützung. „Die Themen Recycling, Mikroplastik- und Müllvermeidung werden immer relevanter und dürften mehr als ein kurzer Trend sein.“

      Mit Banken hat das Startup aber nicht nur positive Erfahrungen gemacht. Gründer von Unternehmen mit einem nachhaltigen oder sozialen Geschäftszweck erhalten oft keine Kredite. „Es überwiegt noch immer die Meinung, damit könne man doch kein Geld verdienen“, sagt Giang. „Manche verurteilen einen regelrecht, weil man mit etwas Gutem Geld verdienen will.“

      Mit dem Kaffee haben Plastic2Beans ein dankbares und beliebtes Produkt auf dem Markt, das vielen Menschen und Unternehmen ein intelligentes Modell der zirkulären Wirtschaft und nachhaltigen Wertschöpfung näher bringt. Riecht gut, schmeckt gut – und macht außerdem schlauer!

      Rapide Röhrchen

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        Ökonomisch und ökologisch nachhaltig zu wirtschaften – das steht auch beim St. Franziskus-Hospital in Köln-Ehrenfeld auf der Agenda. Ein praktisches Beispiel sind sechsmal pro Tag die Laborfahrten per Fahrradkurier. Im zwei-Stunden-Takt holt ein Fahrer des Kölner Kurierdienstes Rapido die Proben ab.
        Die erste Abholung erfolgt um 9.30 Uhr, die letzte um 19.30 Uhr.

        „Die Fahrradkuriere sind der schnellste und ökonomisch günstigste Transportweg, und die Parkplatzsuche entfällt“, sagt Florian Friedersdorf, Kaufmännischer Direktor der Klinik. Die Zusammenarbeit mit dem Fahrradkurierdienst klappt, ist überdies Gesundheits-fördernd und Klima-neutral.

        Die Zusammenarbeit mit den Kurierprofis hat die Klinik-Verantwortlichen nun offenbar auf den Geschmack gebracht. Sie haben die Anschaffung eigener Fahrräder für anderweitige Transporte angeschafft. Seit 2020 bietet das Hospital für die Mitarbeiter*innen außerdem ein „Jobrad“ an: Vorzugs-Leasing-Konditionen für Fahrräder und E-Bikes machen es den Mitarbeiter*innen einfach, ihr Auto stehen zu lassen.

        fff.cologne St. Franziskus Fahrradkurier Köln Klima Nachhaltigkeit
        Auch geparkt sehr platzsparend: Laborprobentransport mit Fahrradkurier Rapido.
        Foto: St. Franziskus Hospital

        Für Europa – und für die Umwelt

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          Kundgebung von Pulse of Europe Köln am Roncalliplatz, 5.11.17
          Fotos: Düppengießer (8), PoE Köln (1)

          Lange Zeit ging an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr die Sonne hinterm Dom auf. Eigentlich immer, wenn die Kölner Abordnung der Bewegung Pulse of Europe zu ihrem Treffen lud, klärte sich der Himmel auf und präsentierte sich in der Farbe, die am besten zu so einer proeuropäischen Initiative passt: in strahlendem Blau.

          Zwar haben sich 2020 die Ausnahmen gehäuft. Zweimal ließ Corona die übliche Versammlung platzen, ein paar Male regnete es. Und sowohl im Juni als auch im Juli tagte die Demoreihe erst am zweiten Sonntag. Dennoch bleibt es eine gute Idee, sich den regelmäßigen Demos anzuschließen. In dieser „blauen Stunde“ sprechen mehr oder weniger prominente Menschen zu einem Thema mit Europabezug. Meist bleibt auch Zeit für das Offene Mikrofon mit Wortmeldungen aus dem Publikum. Traditionell gibt es ein musikalisches Beiprogramm, die „Ode an die Freude“ mit Menschenkette ist als Abschluss fest im Programm.

          Bei der nächsten Kundgebung am Sonntag, 12. Juli 2020, ab 14 Uhr (hier alle Infos) spricht ein Vertreter von Kölle for Future, einem Bündnis verschiedener Organisationen wie Fridays for Future und Parents for Future. Ein Wirtschaftswissenschaftler von Pulse of Europe Düsseldorf wird die gerade begonnene deutsche EU-Ratspräsidentschaft mit Blick auf den Green Deal analysieren. Das Norbert-Gymnasium Knechtsteden stellt das Umweltprojekt „Auf der Arche um 5 vor 12“ vor, bei dem es zwei Jahre lang mit Partnerschulen aus Lettland, Italien, Norwegen, Rumänien und Polen zusammenarbeitet.

          In erster Linie richten sich die Treffen nicht – wie andere Demonstrationen – gegen einen akuten Missstand. Es geht darum, „den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbar zu machen“, wie es in den „Zehn Grundsätzen“ der überparteilichen und parteiunabhängigen Bewegung heißt. „Wir sind überzeugt, dass die Zahl der Menschen, die der europäischen Idee positiv gegenübersteht, größer ist als die Zahl der Gegner.“

          Umweltprobleme auf europäischer Ebene lösen

          Das Bewusstsein wächst, dass Klima- und Umweltschutz auch im europäischen Zusammenhang eine steigende Bedeutung zukommt. „Dieses Europa ist die Ebene, auf der die wichtigen Zukunftsfragen angegangen werden können, die auf nationalstaatlicher Ebene nicht zu lösen sind“, sagt Stefan Bildhauer. Er leitet das International Office der Kölner Universität und ist Mitglied im Organisationsteam von Pulse of Europe Köln. Man wolle die Bühne bilden und Gesprächssituationen herstellen, „um diese Themen aus der europäischen Perspektive gemeinsam zu diskutieren“.

          Die monatliche Versammlung ist das öffentliche Aushängeschild von Pulse of Europe, aber vieles passiert auch im Hintergrund. Vom „Hausparlament“, bei dem sich vier und acht Menschen im privaten Rahmen treffen, um sich über europäische Fragen auszutauschen, bis zum Programm „Europa ist deine Zukunft“ mit Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse.

          So voll wie im September 2017 wird es nicht immer bei den Kundgebungen.

          Pulse-of-Europe-Kundgebungen finden europaweit am ersten Sonntag des Monats statt, in Köln erstmals am am 5. Februar 2017 – noch direkt vor dem Hauptbahnhof. Wegen des großen Zuspruchs musste die Demoserie bald auf die andere Domseite wechseln. „Zwischenzeitig, vor den wichtigen Wahlen in den Niederlanden oder Frankreich und vor den Europawahlen, sind bis zu 3500 Menschen gekommen“, erinnert sich Bildhauer. Zuletzt habe sich die Zahl bei 250 bis 300 Teilnehmern eingependelt.

          Kreidekreuze, um den Mindestabstand einzuhalten

          Corona macht seit Monaten viele Veranstaltungen unmöglich. Im April etwa mussten Fashion Revolution Week, Earth Day und Globaler Klimastreik ins Internet umziehen, aus öffentlichen wurden Online-Proteste. Auch die Critical Mass Köln trifft sich eigentlich an jedem letzten Freitag im Monat zu einer „Protestfahrt“: Hunderte, oft gleich Tausende Radler fahren durch die Stadt, um „auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem motorisierten Individualverkehr aufmerksam zu machen“. Zu Coronazeiten fallen die Touren aus.

          Pulse of Europe Köln hat die Kundgebung im April abgesagt, die im Mai fand nur als Youtube-Video statt. Seit Juni aber geht es weiter. Maskenpflicht gilt sowieso. Damit auch die übrigens Hygiene-Vorgaben beachtet werden, machen die Veranstalter etwas, was bei Demonstrationszügen wenig bringen würde: Sie malen Kreidekreuze auf den Boden, an denen sich die Teilnehmer orientieren können, um den Mindestabstand einzuhalten.

          Mit diesen Vorgaben ist auch die Versammlung am Sonntag, 12. Juli 2020 möglich. Schwerpunkt ist der „Green Deal“. Nach diesem Konzept soll die Europäische Union bis 2050 die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null zu reduzieren und damit als erster Kontinent klimaneutral werden.

          Im Mai 2017 bauten die Teilnehmer auf dem Roncalliplatz symbolisch eine Kartonmauer auf und rissen sie ein.

          Bislang standen Umweltthemen nicht derart prominent auf der Agenda. In den „Grundsätzen“ werden sie nicht ausdrücklich erwähnt, waren eher implizit mitgemeint. „Aber auch schon auf früheren Veranstaltungen ist das Thema Klima- und Umweltschutz zur Sprache gekommen. Eben weil es einer gemeinsamen europäischen Lösung – und Vorbildfunktion – bedarf“, sagt Stefan Bildhauer. So sprachen beispielsweise schon eine Vertreterin von Fridays for Future und Harald Rau, der Sozial- und Umweltdezernent der Stadt Köln, vor den Demonstrierenden.

          Mehr Einsatz im Klima- und Umweltschutz gefordert

          Den Green Deal hat die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen ausgearbeitet. Aber nicht nur deswegen wird das Thema künftig noch stärker in den Vordergrund treten. Der Wunsch dazu kam auch aus den Reihen der Teilnehmer. Im Mai veranstaltete Pulse of Europe Köln eine Umfrage. Auf die Frage, wo die Europäische Union ihr Engagement steigern solle, wurde am häufigsten der Klima- und Umweltschutz genannt. „Die Befragten fordern von der EU – trotz Corona-Krise und massiven wirtschaftlichen Einbrüchen – in allererster Linie mehr Einsatz für den Kampf um den Klima- und Umweltschutz“, fasste es Bildhauer zusammen.

          Viele kleine Tage des guten Lebens

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            Der Tag des guten Lebens ist traditionell ein autofreier Sonntag, der jedes Jahr in einem anderen Kölner Stadtviertel stattfindet. Wegen Corona hat sich das 2020 geändert: viele kleine Spielstraßendemos bis in den Oktober statt einer konzertierten Großveranstaltung.

            Eine ganze Reihe von Nachbarschaftsaktionen stehen auf dem Programm. Und jährlich ein Schwerpunktthema aus den Bereichen Demokratie und Gesellschaft, fairer Handel, Mobilität, Energie und Klimawende. Die Agora Köln, eine Allianz aus Umweltbewegung, Wirtschaftsunternehmen, Zivilgesellschaft und Kultur, hat den Tag des guten Lebens 2013 erstmals ausgerufen.

            Die Straße als Spielplatz: Tag des guten Lebens 2020 in Köln-Mülheim, hier in der Berliner Straße.

            Die Veranstaltung ist ein partizipatives Projekt. Gestemmt und gestaltet wird der Tag von engagierten Anwohner*innen, Vereinen und Institutionen, die sich für eine bessere Nachbarschaft und eine vielfältige Stadtgesellschaft in Köln einsetzen. Die meisten tun dies ehrenamtlich, mit viel Idealismus und Leidenschaft.

            Mehr Platz unter freiem Himmel

            „Wir wollen, dass unsere Straßen zu Orten der Nachbarschaft, der Begegnung und des Austauschs, der Kultur und der Bildung werden“, sagt die Agora Köln. Sie hat erkannt, dass Menschen nicht nur in Zeiten von Corona mehr Platz unter freiem Himmel brauchen, um sich zu treffen. Und um kulturelle Veranstaltungen für alle zugänglich abzuhalten.

            Menschen beim Tag des guten Lebens im Videohttps://www.youtube.com/channel/UCfWE6NHCLYJDmszbN4jKt0A/featured

            Vieles muss sich momentan an veränderte Bedingungen anpassen. So auch der Tag des guten Lebens. Der findet dieses Jahr dezentral und als Spielstraßendemo statt. Das bedeutet: nicht ein Viertel an einem Tag, sondern je eine Straße pro Wochenende. In unterschiedlichen Vierteln, verteilt auf den September und den Oktober. Den Anfang hat am 6. September die Berliner Straße in Köln-Mülheim gemacht. Weiter ging es am Samstag, den 19. September, in der Mülheimer Zehntstraße. Mehr zu den Aktionen im YouTube-Channel der Agora.

            Warum das Ganze?

            
            
            
            
            

            Was motiviert Menschen, beim Tag des guten Lebens dabei zu sein? Was halten sie von einer autofreien Straße oder Stadt?

            Wir haben gemeinsam mit Agora Köln einige der Besucher und Akteure befragt.

            Mitgestalten

            Wer mitmachen will, kann sich hier anmelden. Bis Ende Oktober können Bewohner*innen Kölns eine Straßendemo anmelden.


            Werbeplakat der Agora Köln

            Die Essensretter von Kölle

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              The Good Food fff.cologne FFF Köln
              Nicole Klaski hat ein Herz für krumme Gewächse. Foto: Veith

              Prall gefüllt sind die Regale von The Good Food – mit allerlei leckeren Lebensmitteln, die sonst weggeworfen würden. Die Kölner Initiative kommt so gut an, dass sie jetzt expandiert.

              Vor dem Ladenlokal in der Kölner Sülzburgstraße 164 wächst die Schlange. Kunden warten in einigem Abstand zueinander, bis sie – in keimfreien Dreiergruppen – endlich von einer jungen Frau mit Mundschutz in den Kiosk gewunken werden. Dieser Tage ein gewohntes Bild.

              Doch an den Covid-19 bedingten Einlass-Beschränkungen allein liegt die Rudelbildung nicht. Heute gibt es Erdbeeren! Erdbeeren, die eigentlich auf dem Müll gelandet wären. Wären da nicht Nicole Klaski und ihre Mitstreiter von The Good Food – DEM Reste-Supermarkt aus Köln Ehrenfeld, der seine erste Zweigstelle im hinteren Teil des Büdchen Casablanca in Sülz eröffnet hat. Seitdem gehen auch im Kölner Süden die abgelaufenen Köstlichkeiten und das krumme Jemös genauso gut weg wie die Semmeln vom Vortag.   

              The Good Food fff.cologne FFF Köln
              Die neue Zweigstelle von The Good Food im Büdchen Casablanca. Foto: Ketelsen

              Das Konzept von Gründerin Klaski und ihrem stetig wachsenden Team aus überwiegend ehrenamtlichen Helfern ist so simpel wie schlüssig: The Good Food rettet Lebensmittel, die sonst im großen Stil im Abfall gelandet wären, und verkauft sie zum „Zahl, was es dir wert ist“-Preis weiter. Das klingt nach Batik und Barfuß, ist aber anders: Die Regale sind prall gefüllt – nicht nur mit Lauch und Chiasamen, sondern auch mit Popcorn und Craftbier.

              „Mindestens haltbar“ heißt nicht „Tödlich ab“

              Momentan steht eine ganze Charge Schulmilch im Kühlschrank, die wegen der Corona-Maßnahmen keinen Abnehmer gefunden hat und kurz vorm Ablaufen ist. „Dabei bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum ja aber mindestens haltbar und nicht tödlich ab„, erklärt Klaski mit einem Augenzwinkern.

              The Good Food fff.cologne FFF Köln
              Alles frisch Gerettete kostet, soviel es dem Käufer wert ist. Foto: Veith

              Ein längerer Aufenthalt in Nepal macht der studierten Juristin die geballte Perversion unseres westlichen Umgangs mit Nahrung bewusst. Rund 12 Millionen Tonnen größtenteils genießbare Lebensmittel wandern jährlich in Deutschland in den Müll – 75 Kilo pro Kopf. Mit den Nahrungsmitteln, die allein in Europa und Nordamerika weggeschmissen werden, könnte man alle Hungernden dieser Welt dreimal statt bekommen. Alle! Dreimal!

              Essen wegschmeißen macht Essen teurer

              Wer jetzt poltert, man könne ja aber wohl schlecht die Reste vom Mittagessen nach Mali schicken – aufgepasst: Die Nachfrage regelt das Angebot. Immer über alles, zu jeder Zeit und im Übermaß verfügen zu wollen, feuert den Markt an. Essen wegschmeißen verschwendet Ressourcen, führt in der Folge zu ihrer Verknappung und damit zu einem Preisanstieg. Am Ende hat der arme Teil der Weltbevölkerung das Nachsehen und wir dicken Europäer hätten in der Tat sehr wohl was daran ändern können.

              „Das hat mich total genervt!“ Nicole Klaskis Erkenntnis bringt sie 2013 zunächst zu foodsharing, einer Initiative, die unter anderem in ganz Deutschland die sogenannten Fair-Teiler betreibt und so viele verschmähte Lebensmittel doch noch ihrer Bestimmung zuführt – nämlich gegessen zu werden.

              Ich will auch Dinge retten, die erst gar nicht in den Supermarkt kommen.

              Nicole Klaski

              „Das ist toll, setzt allerdings am Ende der Wertschöpfungskette an. Ich wollte auch die Dinge retten, die erst gar nicht in den Supermarkt kommen und für die man dann vielleicht auch ein bisschen mehr Logistik aufwenden muss.“ Sprich: Geld. Mit einer Gleichgesinnten bewirbt sich Klaski 2015 deshalb um ein Stipentium von Social Impact. Mit Erfolg. Und ab hier nimmt alles seinen Lauf.

              Zweibeinige Möhren und knubbelige Kartoffeln

              Die beiden gehen selbst aufs Feld eines befreundeten Bauern und ernten, was ansonsten zurück bleiben würde. Denn Produktion, Handel und nicht zuletzt wir, die verzogene Kundschaft, lassen Obst und Gemüse mit allzu charakteristischen Abweichungen liegen: zu krumm, zu fleckig, zu wenig in der Norm ist „Bäh!“.

              „Das finde ich super schade.“ Genau wie die ersten Kunden, die Klaski von ihrem ersten selbstgezimmerten Marktstand aus mit den zweibeinigen Möhren und knubbelige Kartoffeln versorgt. Unter ihnen sind mit der Zeit auch immer mehr Leute, die selbst mit anpacken wollen – wie ein Hausbesitzerpaar aus Ehrenfeld, das The Good Food sein erstes Ladenlokal in der Venloer Straße 414 zur Miete anbietet. Der Startschuss zum ersten offiziellen Reste-Supermarkt Deutschlands.

              Wachsen, aber natürlich!

              The Good Food fff.cologne FFF Köln
              Auch in Sülz ist alles abgelaufen, aber nicht tödlich. Foto: Ketelsen

              Seitdem hat Nicole Klaski an die 80 Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewonnen und mit ihnen zusammen viel erreicht. Der Laden finanziert sich selbst, ein größeres Lager konnte angemietet werden und seit kurzem gibt es sogar ein nagelneues Lastenrad für den CO2-neutralen Transport. Außerdem kann sich Klaski nach fünf Jahren selbst ein Gehalt für ihren Vollzeitjob auszahlen und – darüber ist die 37-jährige besonders froh – auch noch drei weiteren Teilzeitkräften eine Stelle schaffen. „Das bringt uns Kapazitäten für ein paar Experimente“, freut sich Klaski. Die Dependance im Büdchen Casablanca zum Beispiel. Und die läuft super an.

              Nur nicht zu viel auf einmal – Klaski setzt auf schrittweise Entwicklung. Zeitweise hat The Good Food auch Caterings und Kochkurse angeboten. „Aber das hat mehr Stress verursacht als Nutzen gebracht. Das hat einfach noch nicht in unsere Struktur gepasst.“ Also haben Klaski und ihr Team erst einmal wieder einen Gang runter geschaltet und schauen lieber, was sich aus ihren Möglichkeiten selbst ergibt. Und darum geht es ja: organisches Wachstum – ob im Unternehmen oder bei den zweibeinigen Möhren.

              In ihrem YouTube-Channel geben The Good Food Kochtipps: Folge 1 mit Ute Symanski von Aufbruch Fahrrad.

              Zur Website von The Good Food

              Dank an Nachhaltige Fotografie Simon Veith

              Raum für Nachhaltigkeit: „Wir wollen eine Institution werden“

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                Michael Marquardt hat im Rheinauhafen einen Raum für Nachhaltigkeit gegründet. Im Interview erzählt der Möbelfabrikant im Ruhestand, wie es dazu kam und was er für die Zukunft plant.

                Das Wort Nachhaltigkeit ist nicht erst seit der Bewegung Fridays for Future in aller Munde. Im Mai haben Sie den Raum für Nachhaltigkeit ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

                MICHAEL MARQUARDT: Ich finde es gut, was die jungen Menschen machen. Aber Nachhaltigkeit war für mich immer schon ein Thema. Ich habe lange die Firmen „Marquardt-Küchen“ und „Marquardt-Produktion“ geleitet. Die Sparte Küchen habe ich 2007 verkauft, aus der Polstermöbelproduktion habe ich mich 2017 zurückgezogen, mit 70 Jahren. Nachhaltigkeit stand dabei im Zusammenhang mit kommerzieller Verwertung: Indem man Ressourcen schont, kann man ja auch Geld sparen. Und jetzt hab ich gedacht: Wo du so alt geworden bist, machst du das ohne kommerzielle Verwertung.

                Michael Marquardt, Unternehmer im Ruhestand, gründete den Raum für Nachhaltigkeit.

                Nun haben Sie das Erdgeschoss des nördlichen Kranhauses zur Verfügung gestellt, eine Ihrer Immobilien im Kölner Rheinauhafen. Was ist dort schon passiert?

                MICHAEL MARQUARDT: Im Raum für Nachhaltigkeit passieren viele Dinge gleichzeitig – und es sollen noch mehr werden. Wir stellen ihn interessierten Leuten, die nicht viel Geld haben, als eine Art Bühne zur Verfügung. Hier können sie ihre Projekte präsentieren, in denen sie sich kompetent und leidenschaftlich für eine bessere, nachhaltigere Welt einsetzen. Momentan sind das sechs Projekte, etwa die Modewerkstatt Plan B; Designerin Karin Breul, die auch ein Atelier in der Südstadt hat, ist sonntags hier und veranstaltet offene Re-Design-Workshops. Sie unterstützt Menschen dabei, ihre Kleidung umzugestalten. Bezahlt wird, was es einem wert ist. Auch die Sneakerreinigung Sneaklean unterstützt die Kreislaufwirtschaft: Man kann hier gebrauchte Schuhe umwelt- und materialschonend reinigen lassen. Mithilfe eines Ozonschrankes werden sie vollkommen geruchs- und virenfrei.

                Was ist denn ein Ozonschrank?

                MICHAEL MARQUARDT: Oh, ein tolles Gerät. Damit kann man Klamotten, die die Waschmaschine nicht überstehen würden, zu 100 Prozent von Viren und Bakterien befreien. Ohne Waschmittel und außer ein wenig Strom quasi ohne Ressourcenverbrauch. Die Sachen werden reingehängt, physisch passiert mit ihnen nichts. Das Gas umspielt sie, ohne die Materialien zu belasten. In der Anschaffung kostet der Schrank zwar viel Geld, aber er hat so gut wie keine Betriebskosten. Und das Ozon wird, wenn es danach an die Luft kommt, sofort wieder zu Sauerstoff. Nachhaltiger geht’s nicht.

                Prominente Adresse: Der Raum für Nachhaltigkeit befindet sich im Erdgeschoss des nördlichen Kranhauses.

                Klingt ja toll. Und wie kann man den Raum für Nachhaltigkeit als Plattform nutzen, wenn man glaubt, eine gute Geschäftsidee in diesem Sinne zu haben?

                MICHAEL MARQUARDT: Hier sollen Dinge vorgestellt werden, die wirklich positiv sind, die was bringen. Es geht um die Vermittlung von guten Ideen für die Umwelt. Das müssen Spezialisten sein, mit authentischen Projekten, bei denen der kommerzielle Erfolg nicht im Vordergrund steht. Auf lange Sicht sollen sich abwechselnd neue Projekte vorstellen. Wer tolle Produkte oder Dienstleistungen hat, die der Fairness und Nachhaltigkeit dienen, kann uns gerne eine Email schreiben. Wir sind gerade erst dabei, den Raum zu entwickeln. Das wird in unterschiedliche Richtungen weitergehen.

                Wir sollten nicht über die großen Dinge in Grönland reden, sondern über die kleinen in Köln. Und das verbunden mit Spaß und Freude

                Michael Marquardt

                Was soll denn noch passieren?

                MICHAEL MARQUARDT: Künftig wollen wir hier geschlossene Veranstaltungen durchführen, vielleicht unter dem Titel Nachhaltigkeitsabende oder Umweltabende. Spannende Vorträge in gemütlicher Umgebung mit neuen Produkten und Ideen. Und dann sprechen wir darüber, was jeder Einzelne in seinem persönlichen Bereich machen kann. Wir müssen Graswurzelmarketing betreiben. Nicht über die großen Dinge in Grönland reden, sondern über die kleinen Dinge in Köln. Und das verbunden mit Spaß und Freude, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Dazu gibt es was Nachhaltiges auf die Gabel, vegan-vegetarisches Essen vom Caterer Esskultour. Der Eintritt liegt dann bei Betrag X – vielleicht 30 Euro, für den ganzen Abend. Außerdem werden sich, sobald Corona das zulässt, im hinteren Teil des Raumes für Nachhaltigkeit wieder die Senioren treffen können.

                Da treffen sich Senioren?

                MICHAEL MARQUARDT: Das hat mit einer anderen Initiative zu tun, die ich schon länger betreibe. In Thüringen, dem Sitz meiner damaligen Firma Marquardt-Küchen, haben Mitarbeiter von mir und ich selbst vor 25 Jahren Ausflüge für Altenheime veranstaltet. Nach dem Verkauf der Küchenfabrik habe ich Marquardt-Produktion in Köln gegründet. Wir stellen Seniorenheimen Gesundheitssessel kostenlos zur Verfügung. Jetzt mache ich das mit privaten Mitteln. In diesem Zusammenhang habe ich eine eine gemeinnützige GmbH gegründet: „Einfach Lebensfreude“. Auf dem Programm stehen unter anderem Feste und Vorträge. Ein befreundeter Waldpädagoge veranstaltet demnächst Ausflüge zum Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen. Wenn die Projekte im Raum für Nachhaltigkeit irgendwann einmal in der Lage sind, etwas zu spenden, dann wird das zu 100 Prozent dazu verwendet, um „Einfach Lebensfreude“ zu unterstützen.

                Woher nehmen Sie die Motivation für so viel Engagement?

                MICHAEL MARQUARDT: Dieser altruistische Ansatz, der war bei mir immer schon da. Gleichzeitig ist es so: Wenn man die Augen aufhat und ein aktiver Teilnehmer des Lebens ist, dann ist der Klimaschutz das spannendste Thema, das es gibt. Die ganze Welt spricht von Nachhaltigkeit und vom Zustand der Welt. Aber es passiert sehr wenig. Dabei stehen wir wirklich am Abgrund. Was vor fünf oder zehn Jahren befürchtet wurde, ist heute Realität. Die Insekten sterben. Die Arten werden immer weniger. Ums Tierwohl ist es katastrophal bestellt. Zwar sind die Grünen aktuell die zweitgrößte Partei. Aber das Thema ist immer noch nicht da, wo es hingehört. Außerdem macht es mir Spaß, mit jungen Leuten zusammen zu sein – und helfen zu können. Und ich möchte nicht zu den Idioten gehören, die so weitermachen.

                Was wollen Sie mit dem Raum für Nachhaltigkeit denn langfristig erreichen?

                MICHAEL MARQUARDT: Dass sich so wenig tut in Richtung Klimaschatz, hat damit zu tun, dass dieses Thema immer noch in den Händen von zu netten Menschen ist. Von Menschen, die nicht viel Ahnung vom Thema Marketing haben – und davon, wie man gute und nachhaltige Ideen umsetzt. Denen auch das Geld dazu fehlt. Das wollen wir ändern. Wir müssen schließlich nicht die erreichen, die eh schon dafür sind, sondern die, die bislang blocken. Eine Einrichtung wie unsere gibt es in ganz Deutschland noch nicht. Keine so geile Location in solch einer Lage. Leicht wird das zwar nicht. Aber wir wollen eine Institution werden. Dabei denken wir ganz, ganz langfristig. Wir sprechen auch schon darüber, wie das weitergeht, wenn ich es nicht mehr machen kann. Gott sei Dank können wir uns einen langen Atem leisten.


                Der Raum für Nachhaltigkeit im Web und unter @raumfuernachhaltigkeit auf Instagram

                Vollzeit for future – aber wie?

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                  Vollzeit for future Colabor Köln fff.cologne

                  Der Unverpackt-Laden im Kölner Vorort kommt nicht zustande. Die überregionale Umweltaktion kann sich keine Öffentlichkeitsarbeit leisten. Und auch dieser Weblog läuft nur neben den eigentlichen Jobs. All diese Initiativen haben das selbe Problem: kein Geld.

                  Derweil lässt der schwerreiche US-Präsident wissenschaftliche Studien zur Erderwärmung umschreiben, damit sie in sein Weltbild passen. Sein publizistischer Bruder im Geiste, der märchenhaft vermögende Rupert Murdoch, nutzt seine mediale Weltmacht systematisch, um beispielsweise die Ursachen für die monatelangen Waldbrände in seinem Heimatland Australien umzudeuten. Und die Klimawandelleugner der AfD erhalten Spenden von Unternehmern aus ganz Europa. Warum eigentlich?

                  Arbeit – auch für die gute Sache – muss bezahlt werden.

                  Vollzeit for Future lautet der vielversprechende Titel einer Workshop-Reihe, die das Kölner Colabor seit Mitte Februar 2020 veranstaltet. Initiatoren, Referenten und Teilnehmer arbeiten sich gemeinsam an der Frage ab, wie mehr Geld ins System kommen kann. Denn nur, wenn Menschen verlässlich von ihrem Engagement für eine lebenswerte Zukunft leben können, kann all die viele Arbeit getan werden, die getan werden muss.

                  „Jedes Jahr müssen sechs Prozent der Emissionen runter, und das in den kommenden zehn Jahren“, sagte Colabor-Mitgründer Martin Herrndorf bei der Auftaktveranstaltung am 18. Februar 2020. „Die meisten Jobs produzieren CO2: durch Logistik, Reisen, Heizen und ähnliches. In allen Branchen muss sich die Arbeit verändern.“ Und ihre Bezahlung.

                  Eine Zusammenfassung zum Kickoff der Reihe findet sich auf der Website des Colabor. Weitere Veranstaltungen sind geplant. Bereits fest stehen:

                  Sind Unverpackt-Produkte weniger sicher?

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                    Der #fuckcorona hängt inzwischen nicht mehr an der Fensterfront des Unverpacktladens Veedelskrämer im Kölner Agnesviertel
                    Der #fuckcorona hängt inzwischen nicht mehr an der Fensterfront des Unverpacktladens Veedelskrämer im Kölner Agnesviertel

                    Jeder weiß, dass wir zu viel Plastikmüll produzieren. Die Corona-Pandemie führt nun offenbar zu wachsenden Müllbergen. Dabei waren wir doch schon auf einem guten Weg, Einwegprodukte und Wegwerfplastik dauerhaft zu reduzieren. Auch an Unverpackt-Läden geht die Krise offenbar nicht spurlos vorbei.

                    „Mit den Hygieneregeln in der Corona-Krise wird auch wieder mehr Plastik genutzt“, schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Wie das Recyclingunternehmen „Der Grüne Punkt“ mitteile, landen in den gelben Tonne von Privathaushalten seit März etwa zehn Prozent mehr Verpackungsabfall. „Dabei hatte es vor der Pandemie einen Abwärtstrend gegeben.“ Zwar sank gleichzeitig die Menge im Gewerbebereich leicht, in der Summe aber hat der Kunststoffmüll zugenommen.

                    Die Süddeutsche Zeitung weist darauf hin, dass Rohöl wegen der weltweit schwächelnden Wirtschaft außergewöhnlich billig. Dadurch sei die Herstellung neuen Plastiks noch günstiger geworden – und das Recyceln relativ dazu noch teurer: „Hersteller, die bislang geschreddertes Altplastik oder Rezyklat für ihre Produkte und Verpackungen verwendet haben, schwenken daher auf Neuplastik aus billigem Rohöl um.“

                    Schütten mit Nüssen, Mandeln und Studentenfutter bei „Tante Olga“. Foto: Jennifer Kiowsky

                    Dabei gibt es etliche Möglichkeiten, das private Müllaufkommen zu reduzieren. Die Zahl der Anhänger der Zero-Waste-Bewegung wächst. Gerade in Köln, das „als deutsche Hauptstadt des abfallfreien Einkaufens“ gilt.

                    Im gesamten Bundesgebiet öffnen immer mehr Unverpackt-Läden. Geschäfte also, in die man eigene Gläser, Töpfe, Beutel mitbringt, um darin Lebensmittel oder Reinigungsmittel einzukaufen – und eben nicht in Plastikpackungen.

                    Gehen die Leute wegen Corona weniger in Unverpackt-Läden?

                    In der Corona-Krise haben Hygienestandards einen anderen Stellenwert bekommen. Kann es sein, dass deswegen weniger Leute in Unverpackt-Läden einkaufen und so wieder Plastikmüll produzieren?

                    „Es mag sicherlich Menschen geben, bei denen das so ist“, sagt Olga Witt. Sie ist eine Pionierin der Branche, sitzt im Vorstand von Zero Waste Köln und betreibt unter der Marke „Tante Olga“ in Köln zwei Läden. Allerdings kann sie sich nicht vorstellen, dass es ein großer Teil ihrer Kundschaft ist, der wegen der Pandemie skeptisch geworden ist. Grund für Befürchtungen gebe es nämlich keine. „Im Gegenteil, wir achten schon immer sehr genau auf die Hygiene.“

                    Die Zeit der Hamsterkäufe ist vorbei

                    Die Coronazeit hat am Anfang für etwas größeren Andrang gesorgt – insbesondere auf jene Waren, an denen es zeitweise mangelte: Klopapier und Backzutaten. Das ist aber wieder abgeflaut, die Kundschaft kauft insgesamt etwas weniger als vor Corona. Warum das so ist, darüber kann Olga höchstens spekulieren: „Die Leute sagen uns das ja nicht.“

                    Um jenen Kunden entgegenzukommen, die sich möglichst kurz im Ladenlokal aufhalten wollen, wurde ein neues Angebot geschaffen. Beim „Schnelleinkauf“ können alle Waren außer Lebensmitteln im Online-Shop bestellt, bezahlt und im Laden abgeholt werden. „Das wird aber nicht allzu oft nachgefragt“, sagt Witt.

                    Zudem hat „Tante Olga“ bis auf Weiteres alle Vorträge, Lesungen und Workshops abgesagt, die sonst im Rahmen der „Akademie Nachhaltigkeit“ stattfinden. Auch das soll der Ausbreitung des Virus‘ entgegenwirken.

                    Zweimal „Veedelskrämer“ in Köln

                    Auch vom Unverpackt-Laden „Veedelskrämer“ gibt es zwei Filialen in Köln. Das Geschäft im Agnesviertel hat erst Ende 2019 aufgemacht. Nadja Wulff, die hier arbeitet, hat ähnlich wie Tante Olga einen kurzfristigen Run auf Klopapier beobachtet. Eine stichprobenartige Kontrolle zeigt übrigens, dass das keineswegs zu einer Preissteigerung geführt hat. Die Rolle Toilettenpapier liegt aktuell bei 75 Cent,der „Veedelspreis“ für Inhaber der Kundenkarte bei 71 Cent – genau wie Anfang 2020.

                    Der Veedelskrämer-Preis von Klopapier ist trotz der zwischenzeitig gestiegenen Nachfrage gleich geblieben. Foto: Markus Düppengießer

                    Auch Nudeln, Reis und Bohnen waren eine Zeit lang stärker gefragt als üblich. Danach folgte insgesamt ein leichter Nachfragerückgang. Und das, obwohl einige der im März und April dazugekommenen Neukunden sogar „kleben geblieben“ seien und jetzt regelmäßig kämen. „Vielleicht liegt das daran, dass es in anderen Geschäften und auf dem Markt gelegentlich zu Anspannungen unter den Besuchern kam“, mutmaßt Nadja Wulff. „Das gibt es bei uns nicht. Unsere Kunden arbeiten gut mit und sind sehr geduldig.“

                    Die Leergefäße werden vor dem Einkaufen gewogen

                    Jedem Neukunden erklärt sie gerne das einfache Prinzip, wie beim Abfüllen der unverpackten Ware vorzugehen ist. Mitten im Ladenlokal, das sich der Veedelskrämer mit einem Weingeschäft teilt, steht eine Waage. Hier werden die mitgebrachten Dosen oder Gläser draufgestellt und das Leergewicht jedes einzelnen Behälters notiert. Nun geht der Kunde zu den Schütten, Fässern und Containern und füllt, was er tatsächlich gerade braucht – also nicht unbedingt die handelsüblichen 500 Gramm Nudeln oder ein Kilogramm Mehl. An der Kasse wird wieder gewogen und das Leergewicht abgezogen.

                    Bettina Brockmann, die die Veedelskrämer-Märkte zusammen mit Ivana Louis leitet, hat festgestellt, dass „es insgesamt nicht mehr ganz so gut läuft wie vor Corona“. Das habe wohl auch damit zu tun, dass früher viele Leute auf dem Heimweg von der Arbeit vorbeikamen. Zu Homeoffice-Zeiten blieben diese Besuche aus.

                    „Gefühl der Unsicherheit ist unbegründet“

                    „Ein paar Leute hatten schon ein unsicheres Gefühl“, hat Nadja Wulff beobachtet. Das sei allerdings unbegründet. Denn nichts, was aus den Containern einmal rausgekommen ist, dürfe wieder dorthin zurück. Jeder einmal benutzte Löffel und jedes geleerte Gefäß werde gründlich gereinigt. „Als Unverpackt-Laden mussten wir vorher schon sehr hohe Hygienestandards erfüllen, daher mussten wir jetzt nicht viel ändern.“ Außer den Dingen, die man aus jedem anderen Geschäft kennt: Desinfektionsmittel am Eingang, Plexiglasscheiben an der Kasse, Maskenpflicht, Hinweise auf die Abstandsregeln.

                    Blick in die leere „Tante Olga“-Filiale in Sülz. Foto: Jennifer Kiowsky

                    Unverpackt einkaufen in Köln

                    Die beiden Filialen von Tante Olga befinden sich in Sülz (Berrenrather Straße 406) und Nippes (Viersener Straße 6), Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10-15 Uhr.
                    Den Veedelskrämer gibt’s in Ehrenfeld (Venloer Straße 270/Eingang Körnerstraße, Mo-Fr 10-13, 14-19 Uhr; Sa 10-16 Uhr) und im Agnesviertel (Neusser Str. 44, Mo-Fr 10-19 Uhr; Sa 10-17 Uhr).
                    Zudem gibt es Migori – Verpackungsfrei einkaufen in der Südstadt (Bonner Str. 66, Mo-Fr 10-19 Uhr; Sa 10-16 Uhr). Weitere Unverpackt-Läden in Köln sind in Planung.

                    Foodsharing de luxe

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                      Die iPhone- und Android-App „To Good To Go“ rettet hochwertige Lebensmittel vor dem Abfalleimer und spart so tonnenweise CO2.

                      Allein schon die Namen! „Cannoli siciliani“, „Cornetti“, „Bomboloni“, „Genovesi“, „Cartoccio“ … All diese italienischen, speziell sizilianischen Leckereien wären in der Mülltonne gelandet und nicht in meinem Magen. Stattdessen packt mir Angelo Tardino, der Chef der Caffetteria il Vico, das wohlschmeckende Gebäck in meine mitgebrachten Plastikboxen – für nicht mal den halben Preis. Und ohne „Too Good To Go“ hätte ich das kleine Café in Nippes – liegt es auch nur wenige hundert Meter von meinem Zuhause entfernt – vielleicht nie betreten.

                      Die App bietet Zugang zu einer Art Luxusvariante von Lebensmittelrettung. Während Foodsharing üblicherweise komplett ehrenamtlich funktioniert und den Nutzer gar nichts kostet, bietet Too Good To Go einen Kompromiss: mehr Verbindlichkeit und Neuentdeckungen für kleines Geld.

                      Genuss vor Ladenschluss

                      Die App vermittelt zwischen Restaurants, Imbissen, Cafés, Supermärkten, Bäckereien, Metzgereien, Tankstellen und Hotels auf der einen und Kunden auf der anderen Seite. Die Betriebe schätzen ab, wie viele Portionen aus ihren Auslagen und von ihren Büfetts übrig bleiben werden. Über die App können registrierte Nutzer diese Überbleibsel reservieren, per Paypal oder mit Kreditkarte bezahlen und zu einer festgelegten Zeit abholen, meist kurz vor Ladenschluss. Too Good To Go finanziert sich über eine kleine Provision, die bei jeder verkauften Portion anfällt.

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                      Da lacht die Lunchbox. Foto: Züger
                      fff To Good To Go Köln

                      Ganz genau weiß man vorher nicht, was einem die Mitarbeiter vor Ort in die mitgebrachten Dosen oder in die vorbereiteten „Wundertüten“ packen. Aber die App bietet eine „Das sagen andere User“-Bewertung der Anbieter. Nutzer vergeben bis zu fünf Sterne, benoten Service, Qualität und Portionsgrößen.

                      Kategorisch sortiert

                      Außerdem gibt’s die Kategorie „Inhaltsstoffe & Allergene“, die allerdings oft nicht aussagekräftig ist. Meist steht dort nur der freundliche Hinweis, man möge bei Bedenken direkt im Laden nachfragen.

                      Apropos Kategorien: Die Angebote sind in Gruppen sortiert. Ganz oben stehen „Empfehlungen für dich“, ganz unten „Deine Favoriten“, die der Nutzer selbst festlegen kann. Weiterhin sieht man Angebote für Mittag- und Abendessen sowie „Das könntest du mögen“-Empfehlungen. Backwaren, Lebensmittel und Vegetarisches werden einzeln aufgelistet, Speisen zum sofortigen Verzehr oder mit der Abholzeit am nächsten Tag. Und auch solche, die man „gerade verpasst“ hat – fürs nächste Mal.

                      Die Homepage, über die die App heruntergeladen werden kann, listet auf, was die Lebensmittelrettung zum Mitnehmen bislang gebracht hat. Aktuell sind es gut 35 Millionen gerettete Mahlzeiten. Das entspricht 88.000 Tonnen Kohlendioxid. Essen fürs Klima – wenn’s doch immer so einfach wär‘!


                      Zur Website von To Good To Go

                      Ähnlich, aber anders: